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Sydney Harbour Bridge mit fantastischer Aussicht

Am frühen Morgen ist für 6:45 Uhr der Bridge Climb angesagt – Wahnsinn! In 135 Meter Höhe stehen wir auf dem höchsten Punkt der Sydney Harbour Bridge. Die Aussicht ist fantastisch – wolkenloser Himmel soweit das Auge reicht. Unter uns spiegelt sich die morgendliche Sonne auf der Wasseroberfläche von Sydney Cove. Der Bridge Climb dauert ungefähr drei Stunden und kostet 125 Dollar. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. Mit der Mono Rail erreicht man die wichtigsten Punkte in der City. Den Daypass bekommt man schon für sieben Dollar. Irgendwie auf dem Weg zurück nach Kings Cross bleiben wir im Hardrock Cafe hängen. Dort ist gerade Happy Hour und das Bier kostet jetzt nur die Hälfte. Ein Grund mehr etwas länger zu bleiben. Danach finden wir uns in einem der vielen Internet Cafes wieder. Zurück im Hotel geniessen wir die tolle Aussicht von unserem Zimmer auf das hell erleuchtete Sydney.

Nach dem Frühstück in einem der zahlreichen Cafes in der Nähe unseres Hotel machen wir uns auf den Weg zu “The Rocks” – dem sehenswerten, historischen Stadtteil von Sydney. Gleich nebenan im Hafenbecken liegt das legendäre Segelschiff “Bounty” vor Anker. Einen Besuch in Chinatown, mit seinen vielen Restaurants und Geschäften, sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen – ebenso die zahlreichen Märkte. Die bekanntesten sind der Paddington Bazar, Balmain Markets oder auch der Paddy’s Market an der Ecke Hay Street / Haymarket. Typisch australische Markenartikel findet der Besucher in den Disposal Shops. Sydney bietet zudem auch ein überwältigendes kulturelles Angebot. Szenecafes und Musikkneipen sind über die ganze Stadt verteilt. Vom Internet Cafe verschicken wir noch einige e-mails, bevor wir irgendwann abends nach Kings Cross zurückkehren.

 

ab nach Perth

Am Morgen verlassen wir nun wieder Sydney und fliegen mit Qantas nach Perth in Western Australia. Im Westen ist es jetzt noch sehr heiss und trocken. Es sieht so aus als hätte es schon seit Wochen nicht mehr geregnet. Hier findet auch die Übernahme unseres Toyota LandCruisers statt. Der Wagen scheint in Ordnung zu sein. Campingtisch und Stühle bekommen wir noch gratis dazu. So, nun ist natürlich erst einmal Grosseinkauf angesagt. Lebensmittel, Wasser, Bier und was man noch so alles zum Leben braucht finden wir im Woolworths. Danach fahren wir hinauf zum Kingspark. Von hier hat man den besten Blick auf Perth und den Swan River. Wir erhalten die erste SMS von Inka und Silko und entschliessen uns dann hier oben im Auto zu übernachten.

Nach unserer ersten Nacht im Auto geht es heute zum Wave Rock. Es ist sehr warm und sonnig. Sogar die Schafe haben sich unter den Bäumen in den Schatten gelegt. Auf dieser Strecke bekommt man sehr viele Bloodwood Eukalyptusbäume zu sehen. An endlosen Weizenfeldern vorbei führt die Strasse durch trockenes Land nach Osten Richtung Hyden. Die letzten Sonnenstrahlen lassen den Fels nochmals in den schönsten Gelbtönen erscheinen. Ein Campground befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe.

Steinformation Wave Rock

Früh morgens werden wir durch das Geschrei der Vögel geweckt. Wir gehen nochmal zum Wave Rock um noch ein paar Fotos zu machen. Dieser Felsen gleicht einer zu Stein erstarrten Welle. Die Farben sind faszinierend. Gut erhaltene Handpaintings gibt es in den Bates Caves 20 Kilometer von Hyden entfernt zu sehen. Wir fahren nun weiter nach Esperance. Dort werden wir schon von Cathy erwartet. Russel, ihr Mann ist zu diesem Zeitpunkt 500 Kilometer weiter nordöstlich irgendwo im Busch. Russel haben wir übrigens 1999 in Norseman kennengelernt – seine junge Border Collie Hündin Ally ist uns damals zugelaufen. Seiner Einladung, ihn zu besuchen und bei ihm zu wohnen, sind wir gerne nachgekommen.

Aufenthalt in Russel’s Camp

In Esperance gefällt es uns sehr gut – Cathy zeigt uns die schönsten Plätze und die besten Einkaufsläden. 760 Kilometer von Perth entfernt säumen lange weisse Sandstrände das türkisfarbene Wasser. 200 Inseln sind der Küste vorgelagert. Der Abschied fällt uns natürlich nicht leicht – von Cathy erhalten wir noch einen von Russel’s alten Hüten – einen Orginal AKUBRA. Jetzt fahren wir erstmal weiter nach Norden – Richtung Norseman. Hier beginnt der Eyre Highway und vor uns liegen noch 1800 Kilometer bis nach Adelaide in Südaustralien. Doch soweit wollen wir heute nicht fahren – wir müssen nur versuchen vor Sonnenuntergang Russel’s Camp zu erreichen. Wir kommen nun an die längste gerade Strecke Australiens. 90 Meilen oder 146,6 Kilometer ohne eine einzige Kurve. Irgendwann erreichen wir schliesslich das Camp. Es ist mittlerweile schon dunkel und nur mit Mühe erkennen wir im Scheinwerferlicht Russel’s Markierung. Eine alte Tonne dient uns als Wegweiser abseits des Highway. Durch den Sand und zwischen den Mulgabüschen hindurch wühlt sich der LandCruiser durch die sternenklare Nacht. Nach einiger Zeit erreichen wir das Camp – hier wohnen Russel und seine Leute, wenn sie nicht gerade mit Strassenbauarbeiten beschäftigt sind. Ein riesiger Fuhrpark mit Trucks und Gradern, mit Wohncontainern und Stromaggregaten. Das Wiedersehen ist überwältigend. Meine Güte ist Ally gross geworden – aber noch genauso verschmust wie vor zwei Jahren. Die Männer im Camp brutzeln Steaks auf dem Campfire. Die Nacht im “Million-Stars-Hotel” wird unvergesslich bleiben. Da es hier draussen im dunklen Busch keine störenden Lichtquellen gibt, sieht man den Sternenhimmel ganz besonders deutlich.

Morgens gibt es ein schnelles Frühstück – selbstgebackenes Brot – Damper – es schmeckt hervorragend. Russel und seine Männer sind schon seit den frühen Morgenstunden bei der Arbeit. Schon wieder heisst es Abschied nehmen – mal sehen, vielleicht besuchen uns Cathy und Russel ja demnächst mal in Germany. Wir würden uns freuen. Ally würden wir natürlich am liebsten mitnehmen. Wir fahren weiter über den Eyre Highway Richtung Osten zum Eucla Pass. Von hier bietet sich einem ein fantastischer Ausblick auf die Dünenlandschaft. Wir verlassen nun Western Australia und kommen nach Border Village, dem Grenzort in South-Australia. Hier beginnt nun also die Nullarbor Plain – die baumlose Ebene – nebenbei wird die Uhr noch 45 Minuten vorgestellt.

Die Klippen vom Great Australian Bight

Wegen der tiefstehenden Sonne sind wir schon vor Tagesanbruch unterwegs – nicht ganz ungefährlich, da um diese Zeit auch viele Emus den Weg kreuzen. Abzweigungen vom Eyre Highway führen direkt zur Great Australian Bight. Teilweise fallen die Klippen bis zu 100 Meter in den Indischen Ocean ab – ein gigantisches Naturschauspiel. Im Laufe des Vormittags kommen wir also am Nullarbor Roadhouse an – wo uns gleich zwei Dingos über den Weg laufen. Grosse Aufmerksamkeit erwecken wir natürlich mit unserem T-Shirt Aufdruck www.nullarbor.de. Viele Leute halten die Nullarbor Plain für eine monotone Ebene – wer sich aber Zeit nimmt, wird überwältigt sein vom Küstenpanorama, dem Whale Watching oder den unterirdischen Höhlensystemen. Weiter östlich in Ceduna gelangen wir zur ersten Quarantäne Station. Wir müssen unser gesamtes Obst und Gemüse abgeben. Australien hat bekanntlich ein Fruchtfliegenproblem und wir haben jetzt dafür einen leeren Kühlschrank. Poochera heisst der nächste Ort und als Ausgleich für entgangene Vitamine kostet der Campground hinterm Hotel nur 10 Dollar.

Rote Erde in Iron Knob

Nächster Stop – Kimba. Liegt genau in der Mitte zwischen West -und Ostaustralien. In der Gegend rund um Iron Knob ist die Erde besonders rot. Eine rot eingestaubte Schafherde überquert die Strasse – bewacht von rot eingestaubten Border Collies und einem roten Motorradfahrer auf einer Enduro. Auf einem Schrottplatz in Port Augusta schrauben wir die Nummernschilder an einem alten Holden ab – gibt es bessere Souvenirs? Adelaide gefällt uns besonders gut – deshalb fahren wir hier auch stundenlang im Feierabendverkehr umher. Aber irgendwann finden wir wieder raus aus der Stadt. Unser Ziel für heute ist aber eigentlich der Hafen Cape Jervis – Ablegestelle nach Kangaroo Island und zugleich westlichster Punkt der Fleurieu Peninsula. Übernachten müssen wir aber auf dem Parkplatz, da die letzte Fähre vor unseren Augen den Hafen verlässt.
Nach ein paar leckeren Donuts zum Frühstück befinden wir uns nun auf der Fähre nach Kangaroo Island. Es ist sehr stürmisch und der Seegang dementsprechend rauh. Nach einer endlos langen Stunde legt die Sealink Fähre endlich im Hafen von Penneshaw an. Auf Grund der langen Isolation konnte sich auf der Insel eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln. Über Kingscote führt uns der Weg weiter zum Flinders Case National Park. Zutrauliche Kangaroos sind hier keine Seltenheit. Auch ein Ameisenigel begegnet uns. Überhaupt nicht scheu sind die Possums – diese sitzen frech neben dem Auto und schauen uns beim filmen zu. Die Nacht verbringen wir diesmal mitten im Wald – es regnet mittlerweile in Strömen.

In der Wildnis lebende Koalas

Morgens machen wir den “Black Swamp Walk“. Dabei entdecken wir auch Koalas in den Baumkronen. Einzigartig sind die Remarkable Rocks – Wasser, Wind und Sand schufen diese bizarren Formen. Der Fels ist mit einer orangeroten Flechte überzogen. Interessant ist es den Seelöwen beim “Admirals Arch” zuzuschauen. Eine weitere Attraktion sind die Pinguine. Abends kommen sie zurück aus dem Meer und lassen sich am Ufer zwischen Christmas Cove und Hog Bay nieder. Inzwischen ist es schon dunkel geworden und unsere Fähre verlässt den Hafen. Bei ruhigem Seegang geniessen wir die Rückfahrt nach Cape Jervis. Am gleichen Abend noch fahren wir weiter nach Victor Harbour wo wir auf einem Parkplatz unter einer Laterne übernachten.

Am folgenden Tag fahren wir weiter nach Wellington und setzen dort mit der Fähre über den Murray River. Über den Princes Highway gelangen wir nach Kingston – bekannt durch den riesengrossen 17 Meter hohen Lobster. Zwanzig Kilometer nach Mt.Gambier überschreiten wir die Grenze nach Victoria. Unverkennbar ist der irische Einfluss in Koroit – die irischen Nationalfarben grün, weiss und orange bestimmen das Stadtbild. Ganz in der Nähe befindet sich das “Tower Hill State Game Reserve”. Dort treffen wir auf wild lebende Emus und Kangaroos. In der ehemaligen Walfängerstadt Warrnambooll entdecken wir einen schönen Campground – nur wenige Meter vom Meer entfernt.

Zwischen Peterborough und Torquay verläuft eine der schönsten Panoramastrassen – die Great Ocean Road. Sandsteinklippen und mächtige Felssäulen prägen das Bild dieses Küstenabschnittes. Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Abstecher zu den “Twelve Apostles”, die “London Bridge” oder zur “Loch Ard Gorge”. Da wir noch Fotos von den Zwölf Aposteln bei Sonnenaufgang machen wollen, entschliessen wir uns in dem kleinen Küstenstädtchen Port Campbell zu übernachten.

Tags darauf erleuchten die Felsen im morgendlichen Sonnenlicht. Da wir nun alle Fotos im Kasten haben, machen wir uns auf den Weg zum Grampians (Gariwerd) National Park. Ausgangspunkt ist hier Halls Gap. Die Strasse windet sich in Serpentinen durch den Eukalyptuswald – vorbei an spektakulären Steilabbrüchen. Der Fussweg zum “Jaws of Death” ist momentan wegen Bauarbeiten gesperrt. Da aber keine Arbeiter zu sehen sind, stört uns das auch nicht weiter. Nach einer halben Stunde erreichen wir also die überhängende Felsformation. Von dort bietet sich uns ein grandioser Ausblick auf das Victoria Valley. Weiter nördlich befinden sich die McKenzie Falls. Eine steile Treppe erleichtert den Abstieg hinab zu einem kleinen Pool. Von hier unten hat man einen schönen Blick auf den Wasserfall und natürlich auch auf die steile Treppe die wir später wieder hinauf gehen müssen.

 

Coopers Crossing bekannt aus Fernsehserie “Die fliegenden Ärzte“

Heute schaffen wir es bis Minyip – vielleicht besser bekannt unter dem Namen – Coopers Crossing. Hier wurde übrigens die Fernsehserie “Die fliegenden Ärzte“ gedreht. Doch irgendwie erweckt unsere Anwesenheit auch das Interesse des örtlichen Sheriffs. Er denkt wohl, wer sich hierher verirrt hat, der muss betrunken sein – dann machen wir doch mal schnell eine Alkoholkontrolle. Das Röhrchen dürfen wir selbstverständlich behalten. Viele der Gebäude sind noch genauso erhalten wie wir sie vom Fernsehen her kennen – Emma’s Garage, Violet’s General Store, die Memorial Hall und auch das berühmte Majestic Club Hotel. Übernachten werden wir natürlich im Majestic Hotel. Da wir an diesem Tag die einzigen Gäste sind, können wir uns das Zimmer aussuchen. Das Pub ist von oben bis unten mit Bildern aus der Serie zugepflastert. Wir nehmen am Tresen Platz und bestellen uns erstmal ein Bier. Nach dem fünften Carlton Draught dürfen wir uns sogar, welche Ehre, ins Gästebuch eintragen.

Am nächsten Tag können wir uns das Frühstück in der grossen Hotelküche selbst zubereiten – wie in der Fernsehserie. Wir kommen uns vor wie im Film. Natürlich machen wir hier jede Menge Fotos. Auf unserer Weiterfahrt nach Norden entdecken wir zufällig die “Lindemann’s Winery”. Der ideale Ort für eine kleine Pause. Nach mittlerweile schon 300 gefahrenen Kilometern verlassen wir bei Mildura den Bundesstaat Victoria – noch sind es aber 265 Kilometer bis nach Broken Hill in New South Wales. Auf dieser Strecke begegnen uns jede Menge Emus. Sch…, was ist das! Plattfuss! Zum Glück in der Ortseinfahrt zu Broken Hill, direkt vor einem Reifenhändler. Dieser verspricht uns den Reifen bis zum nächsten Tag zu reparieren.

Wir stehen um 6:30 Uhr auf. Die Vögel sind alle schon wach, wie man deutlich hören kann. Später holen wir erstmal unseren Reifen wieder ab. Tja, das Ventil war defekt. Die Reparatur kostet uns 25 Dollar. Broken Hill ist eine wunderschöne Stadt. Hier wird auch heute noch Silber abgebaut. Ganz in der Nähe liegt Silverton, eine historische Minenstadt. Dort befindet sich auch das berühmte “Silverton-Hotel”. Es diente in Filmen wie ” Mad Max 2″, “A Town Like Alice” und “Razor Back” als Kulisse. Auch die australische Rockgruppe INXS war schon hier für ein Fotoshooting. Letztes Jahr machte die französische Ausgabe der Zeitschrift “Madame” Modeaufnahmen im Mad Max Style. Die Hotelbesitzerin ist ganz stolz, dass ihre Tochter und ihr Sohn dabei mitmachen durften. Ganz in der Nähe schlagen wir unser Lager auf und geniessen das Campfire unter sternenklarem Himmel.

 

Kangaroos blockieren immer wieder die Strasse

Wir fahren nun wieder nach Westen. Wildpferde, Kamele und Emus begegnen uns. Kangaroos springen uns direkt vor das Auto. Uff, nix passiert. Auch Emus sind mit Vorsicht zu geniessen. Diese ändern oft ganz spontan die Richtung. Ab Cockburn befinden wir uns wieder in South Australia. Einer dieser überlangen Güterzüge fährt neben uns her – im Hintergrund die Benda Range. Während der Fahrt essen wir wieder unser gesamtes Obst auf, da sich mal wieder ein Fruit Fly Checkpoint ankündigt. Peterborough liegt mittlerweile hinter uns. Die Strasse geht jetzt in eine Gravel Road über. Diese führt nach Hawker. Wie schon so oft treffen wir auch dieses Mal wieder auf Leute mit einer Autopanne. Dieses mal ist es ein älteres Ehepaar in einem FourWheeler, mit einem Boot auf dem Dach und einem Trailer im Schlepptau. Der Ansaugstutzen hatte sich gelöst und hing nun irgendwie unten im Lüfter. Nach einer Viertelstunde haben wir das blöde Ding endlich wieder draussen und es kann weitergehen. Der Track ist in gutem Zustand. Da es in dieser Gegend schon lange nicht mehr geregnet hat, ist die Piste diesmal hart und staubig. Noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Marree. Vom Campground ist es nicht weit zum Hotel. Da unser Bier im Auto doch ziemlich durchgeschüttelt wurde, gehen wir noch auf ein paar “West End Draught” ins Pub rüber. In den letzten sechs Jahren hat sich hier nicht viel verändert. Doch – es gibt mittlerweile Sticker für unseren Kühlschrank.

Probleme mit dem Mietwagen immer wieder ein Plattfuss

Der nächste Morgen beginnt mit einer Überaschung. Was ist das denn? Wir wundern uns schon beim Aufstehen dass der Wagen etwas schräg steht. Sch…. schon wieder ein Plattfuss. Dieses Mal hinten links. Klasse – mit unserem Mini-Wagenheber macht das Reifenwechseln Laune. Zum Glück sind wir noch nicht auf dem Oodnadatta Track. Hier in Marree können wir wenigstens noch den Reifen reparieren lassen. Der Besitzer des Campgrounds ist gleichzeitig der Eigentümer vom Lebensmittelladen und von der Tankstelle. Für 20 Dollar flickt er uns den Reifen. Mit zwei vollen Tanks – insgesamt 180 Litern und einer halben Stunde Verspätung machen wir uns auf den Weg nach William Creek. Unterwegs sehen wir einen Baum, der voller toter Katzen hängt. Nicht weit davon das Gleiche mit toten Füchsen. Katzen und Füchse stellen in Australien ein grosses Problem dar. Diese vergreifen sich an den einheimischen Beuteltieren. Nach 200 Kilometern Gravel Road ereichen wir William Creek. Zum Hotel kam jetzt noch eine Take Away Bude hinzu. Die Einwohnerzahl hat sich mittlerweile von 2 auf 9 erhöht. Gegenüber vom Hotel befindet sich eine grosse Anzahl alter ausgedienter Triebwerke und Raketen. Wir erkundigen uns nach dem Zustand des Tracks Richtung Oodnadatta. Er ist doch sehr rauh und steinig – dennoch kommen wir gut voran und erreichen gegen drei Uhr Oodnadatta. Das Pink Roadhouse ist wirklich Pink. Sogar der Truck und die Werkzeugkiste in der Werkstatt – einfach alles. Das mit der Werkzeugkiste wissen wir deshalb so genau, weil wir schon wieder einen Reifen reparieren lassen müssen. Mit Entsetzen stellen wir fest dass unser Ersatzreifen Luft verloren hat. Aber die Reparaturen werden immer billiger. Dieses Mal kostet es nur noch 18 Dollar. Jetzt heisst es die verlorene Zeit wieder aufholen. Nach Coober Pedy sind es noch 200 Kilometer. Das Licht ist jetzt besonders schön. Mit 100 Stundenkilometern fegen wir über die Pistenstrasse durch die Moon Plain. Diese gleicht einer endlosen Wüstenlandschaft. In dieser apokalyptischen Weite wurde damals “Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel” gedreht. Der lange Schatten des LandCruisers zeigt uns, dass die Sonne bald untergehen wird. In der Abenddämmerung erreichen wir schliesslich Coober Pedy. Vergleichbar einer riesigen Mondlandschaft, befinden wir uns jetzt im grössten Opalfeld der Welt. Temperaturen von bis zu 50 Grad sind hier keine Seltenheit.

Ayers Rock die Sensation unserer Australien Reise

Der heutige Tag beginnt leider mit einer schlechten Nachricht. Wir wollen einen Opalgräber besuchen, den wir schon vor sechs Jahren kennengelernt haben. Doch von seinem Nachbarn müssen wir erfahren, das dieser vor zwei Jahren nach einem Flug nach Deutschland verstarb. Wir machen uns daraufhin zu den 30 Kilometer nördlich gelegenen Breakawaways – einer Sandsteinbergkette, welche je nach Stand der Sonne in den verschiedensten Farben schimmert. Vor uns liegen jetzt noch 600 Kilometer bis zum Ayers Rock. Wir verlassen South Australia und überqueren die Grenze zum Northern Territory. Am Kulgera Roadhouse müssen wir mal wieder unseren Tank auffüllen. Eine Australierin die gerade vom Ayers Rock kommt, schenkt uns ihre Eintrittskarte für das Resort. Das Ticket ist noch für zwei Tage gültig. Die ersten Trucks mit über 50 Metern Länge begegnen uns auf dem Stuart Highway. Es ist schon dunkel als wir im Ayers Rock Resort ankommen.


Um 7:06 Uhr geht die Sonne auf. Am Sunrise Point warten die Leute gespannt auf die ersten Sonnenstrahlen. Langsam nimmt der Monolith Farbe an. Wahnsinn – der mittlerweile rotleuchtende Ayers Rock (Uluru) zieht uns in seinen Bann. Wir trauen unseren Augen kaum und sind total fasziniert. Für den 9,5 Kilometer langen Rundweg brauchen wir drei Stunden. Wirklich empfehlenswert. Erschreckend war allerdings mit ansehen zu müssen, dass die Menschenmassen wie die Ameisen nach oben klettern. Die Besteigung des Uluru widerspricht den Vorstellungen der Aboriginal People. Sie bitten die Touristen dies zu respektieren. Für uns hat sich die Frage ob klettern oder nicht klettern nie gestellt.
Sonnenuntergang ist heute um 18:19 Uhr. Wir sind natürlich pünktlich am Sunset Viewing Point. Der Berg glüht. Dieser Anblick wird wohl für alle Zeiten in unseren Erinnerungen verankert bleiben. Zurück im Resort gönnen wir uns am späten Abend ein Barbeque in der Pioneer Lodge.

Kata Tjuta Felsschluchten

Schon kurz nach Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zu den 30 Kilometern westlich gelegenen Kuppeln der Olgas (Katatjuta). Durch die Felsenschluchten hindurch verläuft der “Dome View Walk”. Grandiose Einblicke eröffnen sich uns dabei in die tiefen Schluchten des Labyrinths. Für diesen Wanderweg benötigen wir zwei Stunden. Im weiteren Verlauf des Vormittags fahren wir bis zum Kings Canyon (Watarrka National Park). Vorbei an roten Sanddünen treffen wir nach 300 zurückgelegten Kilometern im Resort ein. Für den sechs Kilometer langen Kings Canyon Walk wählen wir den späten Nachmittag. Nach einem mittelschweren Aufstieg werden wir mit einer grossartigen Aussicht auf den Canyon belohnt. Oberhalb der senkrechten Sandsteinwand legen wir uns für eine Stunde in die Sonne und geniessen die Aussicht. Dabei lernen wir noch ein paar pensionierte Flying Doctors kennen. Um diese Tageszeit ist das Licht ganz besonders intensiv. Gegen 18:15 Uhr stehen wir dann wieder vor dem steilen Abstieg. Während auf der einen Seite der Schlucht die Sonne gerade untergeht, erscheint auf der anderen Seite langsam der Vollmond. Im Kings Canyon Resort finden wir unter einem riesigen Baum einen ruhigen Platz zum Campen.

Rosa Kakadus wecken uns

Am Morgen werden wir aber lautstark aus unseren Träumen gerissen. Wir haben uns ausgerechnet den Schlafbaum der rosa Kakadus ausgesucht. Diese Frühaufsteher veranstalten ein ohrenbetäubendes Gekreische. Doch schon sehr bald werden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang entschädigt. Über den Mereenie Loop fahren wir weiter Richtung Palm Valley. Da dieser Track über 200 Kilometer quer durch Aboriginal Land führt, benötigen wir dafür auch ein Permit. Die Genehmigung erhält man problemlos im Office. Die Piste ist in gutem Zustand, aber doch sehr staubig. Wir müssen zwei Kilometer Abstand zum vor uns fahrenden Fahrzeug einhalten, damit uns dessen Staubfahne nicht die Sicht nimmt. Kurz vor Hermannsburg führt ein Abzweig zum 21 Kilometer entfernten Palm Valley. Durch den teilweise ausgetrockneten Finke River und durch stark zerfurchtes Gelände schlängelt sich der Weg immer tiefer durch das Tal. Unterwegs sammeln wir schon mal Holz für unser Campfire. Sch… der Wagen sitzt auf. Hoffentllich ist nicht die Ölwanne beschädigt. Doch wir haben Glück – es ist nur die Achse und “schaukeln“ den Wagen wieder frei. Durchgeschüttelt erreichen wir nach zwei Stunden endlich Palm Valley – eine Oase mitten im Outback. Dort treffen wir auch Christine und Rüdiger aus Heilbronn – die Welt ist doch klein. Ein schöner Pfad führt unter Palmen direkt am Wasserlauf entlang, hinauf zu einem Aussichtspunkt. Bei Einbruch der Dunkelheit schlagen wir unser Lager auf. Unter dem Vollmond brennt unser Lagerfeuer noch bis tief in die Nacht.

es geht weiter Richtung Alice Springs

Um sechs Uhr morgens ist es noch bitter kalt. Auf dem nahegelegenen “Initiation Rock”, einem Aussichtspunkt, geniessen wir die wärmende Morgensonne. Heute fahren wir weiter Richtung Alice Springs. Unterwegs machen wir noch einen Abstecher zur Standly Cashm – einer spektakulären Felsspalte. Mittags wenn die Sonne senkrecht einfällt, erleuchten die Wände in schönstem Rot. In Alice begegnen wir auch den Aboriginal People wieder, die wir schon im Kings Canyon Resort kennengelernt haben. Im Coles Supermarket füllen wir erstmal wieder unsere Lebensmittel auf. Es ist ein schönes Gefühl mal wieder in Alice zu sein. Auch dort treffen wir gleich wieder auf zwei bekannte Gesichter. Gary, ein Didgeridoo Spieler, den wir schon 1995 kennengelernt haben und Andrew Langford vom “Starlight Theatre”. Auf dem nahegelegenen “Stuart Caravan Park” kommen wir abends auch mal wieder dazu, SMS-Nachrichten abzurufen. Ausserhalb der Ortschaften ist in Australien kein Empfang möglich.

Besuch beim “Royal Flying Doctor Service”

Nach dem Frühstück besuchen wir die Old Telegraph Station. Hier hat sich sehr viel verändert. Riesige Parkplätze wurden angelegt und ein neuer Souvenirshop ist entstanden. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein Besuch beim “Royal Flying Doctor Service” und der “School of the Air”. Für den Nachmittag ist Shopping in der Stadt angesagt. Den besten Kuchen gibt es übrigens im “Cactus Corner Cafe”, welches sich im “Yeperenye Shopping Centre” befindet. Nach einem lazy day in der Stadt gehen wir zum Sonnenuntergang hinauf zum “Anzac Hill”. Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick auf Alice und die unmittelbar dahinter liegende MacDonnell Range.

Heute fahren wir die 530 Kilometer über den Stuart Highway Richtung Norden – nach Tennent Creek. Abwechslung auf dieser zumeist monotonen Strecke findet man in den zum Teil sehr urigen Roadhouses. Beim Barrow Creek Roadhouse legen wir eine kurze Pause ein. Weiter nördlich befindet sich Wycliffe Well. Dort sollen schon vor einigen Jahren Ufo’s gesichtet worden sein. Interessant ist aber auch der Campground. Sämtliche Cabins, Wohnwagen und Häuser wurden bunt bemalt. Hier lernen wir auch die Malerin kennen, die uns Zugang zu den noch nicht freigegebenen Objekten ermöglicht. Unser nächster Stop ist beim Wauchope Roadhouse. Wenn man Glück hat wird man dort von einem Esel und einem Kamel bedient. Zwei Aboriginal People haben Probleme mit ihrem alten V8-Kingswood. Wir schieben die Jungs natürlich an. Spätnachmittags gelangen wir zu den “Devils Marbles” – einer Anhäufung riesiger, runder Felsbrocken aus Granit. Nach Tennant Creek ist es jetzt nicht mehr weit. Wir suchen natürlich wieder den Campground am Ortsausgang auf, auf dem wir schon 1995 und 1999 die Nacht verbracht haben. Auf dem nahegelegenen Tank Hill erleben wir einen impossanten Sonnenuntergang – welcher allerdings durch erste grössere Attacken von Moskitos kein gutes Ende für uns nimmt.

Thermalquellen nach Mataranka

Um 7:30 Uhr fahren wir weiter. Die Nacht war doch sehr kurz. Um drei Uhr hat irgendein nachtaktives Tier (evtl. ein Possum? Konnten leider nicht viel erkennen) die Mülltonnen durchwühlt. Als Ausgleich für diese schlaflose Nacht erwartet uns aber ein herrlicher Sonnenaufgang. Über Renner Springs, Newcastle Waters und Dunmarra gelangt man zum bekannten Daly Waters Pub. Wir haben Glück und sind dort fast die einzigen Gäste. Sobald die ersten Reisebusse anrollen, ist es hier vorbei mit der Gemütlichkeit. Irgendwo finden wir schliesslich auch noch ein freies Plätzchen um unsere Visitenkarten an die von oben bis unten dekorierten Wände zu tackern. Den nächsten Stop machen wir in Larrimah. Unzählige Bierdosen schmücken die Wände dieses idyllischen Roadhouses. Von hier sind es noch 80 Kilometer zu den Thermalquellen nach Mataranka. Inmitten eines kleinen Regenwaldes nehmen wir ein Bad im 34 Grad warmen Wasser. Eine Stunde später erreichen wir Katherine. Im Woolworth füllen wir natürlich erstmal unsere Vorräte für die nächsten Tage wieder auf. Die drittgrösste Stadt im Territory dient uns zudem auch als Ausgangspunkt für einen Ausflug zum nahegelegenen Nitmiluk National Park.

Victoria Highway entlang zum Katherine Gorge

Am Morgen nehmen wir erstmal ein Bad in den am Victoria Highway gelegenen Hot Springs. Hinweisschilder warnen hier vor Salzwasserkrokodilen. Unübersehbar sind immer noch die Schäden welche das letzte Hochwasser hinterliess. Dreissig Kilometer weiter nördlich befindet sich der Zugang zur Katherine Gorge. Sehr beeindruckend ist das Schluchtensystem in dessen Sandsteinplateau sich der Katherine River im Laufe der Jahre tief eingegraben hat. Wir verzichten diesmal auf die Bootstour und entscheiden uns stattdessen für den Walking Track. Ein grandioser Ausblick lässt den steilen und schweisstreibenden Aufstieg schnell vergessen. Eine grosse Goanna Echse fühlt sich beim Sonnenbaden durch uns gestört und sucht schnell das Weite. Ohrenbetäubend und schon von weitem zu hören ist das Geschrei der Flying Foxes. Unzählige dieser Flughunde bewohnen die Bäume am Ufer des Flusses. Über Pine Creek führt uns der Weg zum Kakadu National Park. Eine Gravel Road schlängelt sich durch das Buschland zu den Gunlom Falls am Waterfall Creek. Hier wurde übrigens auch eine Szene zu Crocodile Dundee gedreht – der ideale Platz also um unser Camp aufzuschlagen. Wie immer suchen wir erstmal nach genügend Brennholz für unser Lagerfeuer. Es wird sehr schnell dunkel. Unter dem glitzernden Sternenhimmel hören wir noch lange das Rauschen des nahegelegenen Wasserfalls.

Rundflug über den Kakadu National Park

Heute stehen wir um 8:00 Uhr auf. Wir nehmen erstmal ein erfrischendes Bad im Pool der Gunlom Falls. Das Wasser ist eisig kalt. Jetzt sind wir auch hellwach und fit für die Weiterfahrt. In Cooinda mieten wir zuerst einen Platz auf dem Campground und buchen gleich für den nächsten Tag einen Scenic Flight über den Kakadu National Park. Der Weg zum East Alligator River steht trotz der tagelangen Trockenheit noch unter Wasser. Wir machen einen Ausflug zu den Nourlangie Rocks und bewundern die sehr gut erhaltenen Felsmalereien der Aboriginal People. Diese Nacht brauchen wir zum ersten Mal auch unser Moskitonetz. Neben uns auf dem Campground beobachten wir, wie zwei Camper verzweifelt versuchen ihren Wagen Moskitofrei zu bekommen. Keine Chance. Wenn die Biester erst mal drin sind, hat man verloren. Wir haben zwar keine Mozzies im Wagen, schlafen aber trotzdem nicht allzu gut, da es in dieser Nacht drückend schwül ist.

Yeah, heute machen wir einen zweistündigen Rundflug über den Kakadu National Park. Von einer staubigen Buschpiste in Cooinda hebt unsere Cessna ab. Erst von hier oben erkennt man die unendliche Weite des National Parks. Wir sind beeindruckt von der menschenleeren Wildnis, den tiefen Schluchten und den sattgrünen Feuchtgebieten – den Wetlands. Da die Strasse zu den Jim Jim -und den Twinfalls momentan für Fahrzeuge nicht zugänglich ist (zuviel Wasser am Ende der Regenzeit), sehen wir sie jetzt zumindest vom Flugzeug aus. Am Horizont ragt der 500 Kilometer lange Steilabbruch des Arnhem Land hervor. Nach einer holprigen Landung besuchen wir das Warradjan Aboriginal Cultural Centre. Artefakte und Kunsthandwerk vermitteln einen guten Eindruck in die Kultur der Aboriginal People. Eine interessante Gelegenheit die Wasserläufe von Kakadu zu erleben ist eine Bootsfahrt bei Dämmerung auf dem Yellow Waters. Tausende von Vögeln haben sich hierher zurückgezogen. Wasserlilien bedecken die weite Landschft des Billabong und mit etwas Glück entdeckt man am Ufer auch Krokodile im dichten Unterholz.

Felsmalereien am Ubirr Rock

Im Laufe des heutigen Tages machen wir einen Abstecher zum Bowali Visitor Centre. Das Besucherzentrum am Ortsrand von Jabiru informiert über Flora und Fauna des National Parks. Vierzig Kilometer weiter nördlich von Jabiru liegt der Ubirr Rock.

Vorbei an den wunderschönen Felsmalereien führt ein Pfad hinauf zu einem Ausichtpunkt. Hoch über den Magela Flood Plains geniessen wir den herrlichen Sonnenuntergang. Wir beschliessen ganz in der Nähe vom Ubirr Rock unser Camp aufzuschlagen. Jetzt wird es aber Zeit. Im Dunkeln spannen wir noch das Moskitonetz übers Auto, denn es wimmelt hier nur so von Moskitos. Mist, leider zu spät. Ein paar von den Viechern sind schon im Wagen. Ein Ranger warnt uns noch vor den vielen Moskitos und den vielen Schlangen in dieser Gegend. Da die Mozzies mittlerweile ein Loch in unserem Netz entdeckt haben, verlassen wir fluchtartig den Ort. Doch ausgerechnet jetzt klemmt unser Hochdach. Während wir noch verzweifelt versuchen das Dach zu schliessen, sind wir schutzlos den Moskitos ausgeliefert. Ganze Schwärme überfallen uns und hinterlassen unzählige Stiche an Armen und Beinen. Wir müssen nun sehr langsam fahren. Im Scheinwerferlicht erkennen wir gerade noch eine riesige Schlange vor unserem Auto. Auf teilweise noch überfluteter Strasse erreichen wir gegen 21 Uhr das “Gagudju Crocodile Hotel” in Jabiru. Das Hotel ist in Form eines Krokodils erbaut – im vorderen Teil, dem Maul, befindet sich die Rezeption. Das Zimmer ist nicht gerade billig, aber dafür können zum ersten mal seit Wochen wieder in einem richtigen Bett schlafen.

Sonnenuntergang in der Timor See

Heute haben wir ausnahmsweise einmal länger geschlafen. Um 10:00 Uhr geht es über den Arnhem Highway weiter Richtung Darwin im Top End Australiens. Unterwegs regnet es wie aus Kübeln. Die Scheibenwischer kommen kaum noch hinterher. Die Campgrounds befinden sich alle ausserhalb Darwins. Wir entschliessen uns deshalb in der Stadt eine Unterkunft aufzusuchen. Direkt an der Esplanade liegt das Cherry Blossom Motel – nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. Darwin hat sich seit unserem letzten Besuch vor sechs Jahren sehr verändert. Viele neue Geschäfte haben eröffnet und auch das Angebot für Unternehmungslustige ist grösser den je. Im Moment finden hier auch die Arafura Games statt. Dreissig Nationen aus dem Pazifischen Raum nehmen an diesem Sportereignis teil. Jodie Cockatoo Creed, die Sängerin von Yothu Yindi eröffnet musikalisch die Eröffnungszeremonie. Zum Sonnenuntergang fahren wir an den Strand der Fannie Bay. Als glutroter Feuerball versinkt die Sonne schliesslich langsam in der Timor See.

Litchfield-Nationalpark bei Darwin

Für heute ist erstmal Einkaufen angesagt. Wir fahren hinaus zum “Casuarina Square” – dem grössten Shopping Center im Norden Australiens. Über 170 Geschäfte sind hier untergebracht. Stundenlang bummeln wir durch die Läden und kaufen Souvenirs, T-Shirts und allen möglichen Schnickschnack. Für den Abend haben wir den Sunset Market beim Mindil Beach eingeplant. Asiatische Essensstände, Souvenierbuden und jede Menge Kunsthandwerk lassen diesen multikulturelen Nachtmarkt zu einem Erlebnis für jeden Darwin Besucher werden.

Kurz nach Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zum 130 Kilometer entfernten Litchfield National Park. Berühmt ist dieser Park für seine spektakulären Wasserfälle. Viele kleine Pools laden zum Baden ein. Doch auch hier ist allerhöchste Vorsicht geboten. Nach den letzten grösseren Überschwemmungen warnen Hinweisschilder vor den gefährlichen Salzwasserkrokodilen. An vielen Stellen steht noch das Wasser auf der Strasse. Eine Echse durchschwimmt die überflutete Strasse und hat riesiges Glück, dass wir ihr noch rechtzeitig ausweichen können. Die Temperatur beträgt mittlerweile 35 Grad. In der Mitte des Parks führt eine Buschpiste nach Lost City. Der Weg dorthin ist nur für Geländewagen zugänglich. Dort erwarten uns eindrucksvolle Gebilde aus Sandstein, die an Ruinen einer alten Geisterstadt erinnern. Unser nächstes Ziel sind die Magnetic Termite Mounds. Diese Termitenhügel sind alle in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Hunderte dieser keilförmigen Gebilde lassen die baumlose Landschaft wie einen Friedhof erscheinen. Nach einem langen, heissen Tag finden wir uns am Abend wieder in Darwin ein.

Heute ist unser letzter Tag um Mitbringsel einzukaufen. Also machen wir uns noch mal auf den Weg in die Stadt. Das Klima ist jetzt angenehmer – nicht mehr so schwül. Oder haben wir uns vielleicht schon daran gewöhnt? Wir suchen vergeblich nach einer Waschstrasse für unseren LandCruiser. Leider ist unser Wagen zu hoch und wir müssen ihn wohl oder übel von Hand waschen. Zumindest mal den gröbsten Dreck, denn sonst würde der Autovermieter das Fahrzeug bei der Rückgabe wohl sicher genauer unter die Lupe nehmen. Am Abend heisst es dann Rucksäcke packen – einer Prozedur, bei der es darauf ankommt, jeden Kubikzentimeter Stauraum sinnvoll auszunutzen.

Schade, es geht jetzt wieder nach Hause. Nach über 12.000 Kilometern endet hier im Norden Australiens so langsam unsere Tour. Um zehn Uhr fahren wir zur Autovermietung und geben unseren Wagen ab. Dort entdeckt man, dass unser Aussenspiegel gesprungen ist. Doch kein Problem – wir müssen nicht dafür aufkommen. Auch das Geld für die drei Reifenreparaturen wird uns gutgeschrieben. Die Fahrzeugrückgabe geht schnell und problemlos von statten. Wir lassen uns ein Taxi rufen und fahren anschliessend zum Flughafen. Nach einem zweistündigen Zwischenstop in Singapore fliegen wir zurück nach Frankfurt.