Am Morgen werden wir aber lautstark aus unseren Träumen gerissen. Wir haben uns ausgerechnet den Schlafbaum der rosa Kakadus ausgesucht. Diese Frühaufsteher veranstalten ein ohrenbetäubendes Gekreische. Doch schon sehr bald werden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang entschädigt. Über den Mereenie Loop fahren wir weiter Richtung Palm Valley. Da dieser Track über 200 Kilometer quer durch Aboriginal Land führt, benötigen wir dafür auch ein Permit. Die Genehmigung erhält man problemlos im Office. Die Piste ist in gutem Zustand, aber doch sehr staubig. Wir müssen zwei Kilometer Abstand zum vor uns fahrenden Fahrzeug einhalten, damit uns dessen Staubfahne nicht die Sicht nimmt. Kurz vor Hermannsburg führt ein Abzweig zum 21 Kilometer entfernten Palm Valley. Durch den teilweise ausgetrockneten Finke River und durch stark zerfurchtes Gelände schlängelt sich der Weg immer tiefer durch das Tal. Unterwegs sammeln wir schon mal Holz für unser Campfire. Sch… der Wagen sitzt auf. Hoffentllich ist nicht die Ölwanne beschädigt. Doch wir haben Glück – es ist nur die Achse und “schaukeln“ den Wagen wieder frei. Durchgeschüttelt erreichen wir nach zwei Stunden endlich Palm Valley – eine Oase mitten im Outback. Dort treffen wir auch Christine und Rüdiger aus Heilbronn – die Welt ist doch klein. Ein schöner Pfad führt unter Palmen direkt am Wasserlauf entlang, hinauf zu einem Aussichtspunkt. Bei Einbruch der Dunkelheit schlagen wir unser Lager auf. Unter dem Vollmond brennt unser Lagerfeuer noch bis tief in die Nacht.